Der Bundesvorstand der AfD hat Andreas Kalbitz (im Comic rechts zu sehen) aus der Partei ausgeschlossen. Nicht weil Kalbitz – der die AfD übrigens als Landes- und Landtagsfraktionsvorsitzender in Brandenburg verlässt – radikalere Thesen als beispielsweise Björn Höcke (im Comic links zu sehen) vertritt, sondern weil er sich schon bevor die AfD gegründet wurde in rechtsradikalen Kreisen engagierte. Konkret war er unter anderem Mitglied der mittlerweile zurecht verbotenen und als HDJ abgekürzten Heimattreuen Deutschen Jugend und besuchte unter anderem eine Abspaltung der neonazistischen Partei Goldene Morgenröte in Griechenland, wo er mit anderen deutschen Neonazis eine Hakenkreuzfahne aus dem Hotelfenster hing.

Höcke, der Kalbitz ideologisch in nichts nachsteht, begann sein politisches Engagement erst in der AfD (auch wenn er mutmaßlich unter Pseudonym für die NPD-Zeitung schrieb), genauso wie Alice Weidel, die Kalbitz rethorisch ebenbürtig ist und beispielsweise Zuwanderer aus afrikanischen Staaten im Bundestag als „bewaffnete Messermänner“ diskreditierte. Alexander Gauland engagierte sich vor der AfD in der CDU, vertritt heute dennoch ein ebenso geschlossenes rechtsradikales Weltbild und beklagte unlägst, der Tag der Befreiung sei eine „absolute Niederlage“ gewesen wegen dieser der „Verlust von Gestaltungsmöglichkeiten“ gefolgt sei.

Pfadfinder, 16.05.2020

Das heißt: Auch ohne Kalbitz ist die AfD eine rechtsradikale, faschistoide Partei. Kalbitz war nicht lauter oder radikaler als andere, nur bei ihm konnte man die Ideologie schlechter verstecken. Sein Rauswurf ändert an der Haltung, die allen Demokrat*innen im Umgang mit der AfD abverlangt wird, deswegen nichts: Jede*r von uns muss diese Partei mit allen demokratischen Mitteln bekämpfen. Alerta!