George Floyd ist tot. Er wurde von einem amerikanischen Polizist getötet, der im Einsatz brutalste Gewalt gegen ihn ausübte: Auf einem Video, das den Einsatz zeigt, ist zu sehen, wie der Polizist minutenlang auf seinem Hals kniete, während dieser um Luft rang. Kurz vor seinem Tod schrie Floyd noch: „Ich kann nicht atmen, sie töten mich!“ Rassistisch motivierte Polizeigewalt. Denn Floyd war kein überführter Verbrecher, sondern sollte nur kontrolliert werden; er wehrte sich nicht, sondern bot sogar an zu kooperieren. Passant*innen appellierten an den Polizisten, doch dieser – schien seine Tat zu genießen, wie das Video ebenso zeigt. Ein Afroamerikaner wurde von einem Polizisten umgebracht – schon wieder. Und auch schon wieder von diesem Polizisten.

Denn der Polizist Derek Chauvin war schon an fünf weiteren (beinahe) tödlich-endenden Polizeieinsätzen gegen nicht weiße Amerikaner*innen beteiligt. Die Chronologie:

2005 waren Chauvin und seine Kolleg*innen an einer Verfolgungsjagd beteiligt, die den Tod von drei Menschen verursachte. Nur wenige Wochen danach war er einer der Polizisten, die den Latino Wayne Reyes mit 42 (sic!) Kugeln töteten.

2008 schoss Derek Chauvin auf den unbewaffneten Afroamerikanerin Ira Toles. Er überlebte nur knapp.

2011 war Chauvin schließlich einer der Beamten, die dem Native American Leroy Martines in den Torso schossen. Auch er starb.

Gegen Derek Chauvin liegen zudem zahlreiche Beschwerden wegen Polizeigewalt, Erniedrigung und unangebrachter Sprache vor. Die Beschwerden wie die hier aufgeführten Fälle wurden geschlossen, die dazugehörigen Akten sind nicht öffentlich. Weitergehende arbeitsrechtliche Konsequenzen gab es nie. Der zuständige Staatsanwalt erklärte gestern zudem, dass es „Beweise gebe, die geben eine Strafanzeige sprächen“, er definierte es nicht näher – klar ist nur: Derek Chauvin bleibt auf freiem Fuß.

#BlackLifeMatters, 29.05.2020

Insgesamt sind in den USA mehr als 1,2 Millionen Polizist*innen im Dienst. Laut dem US-Justizministerium sterben pro Jahr circa 400 Menschen durch Polizist*innen. US-Präsident Trump droht statt all das aufzuklären lieber den Menschen, die fassungslos sind, ob dem, was da zum wiederholten Male passierte ist. Er legitimiert die Gewalt. Es ist zum verzweifeln.

Aber das hier ist kein Post, der mit dem erhobenen Zeigefinger auf die USA zeigt – im Gegenteil: Erst vor drei Monaten wurden in Hanau bei einem rechtsterroristischen Anschlag zehn Menschen ermordet. Und die NSU-Akten des hessischen Verfassungsschutzes sollen erst in über einhundert Jahren veröffentlich werden.

Rassismus ist ein universelles Problem.

Und tötet überall.

Unsere Antwort: Widerstand.