In vielen Städten​ lassen sich aktuell teils deutlich verbesserte Luftwerte feststellen. Eine wesentliche Ursache: Neben der drastischen Reduzierung des Flugbetriebes hat sich auch der Individualverkehr in den Städten spürbar beruhigt. Viele Pendler*innen arbeiten gerade im Home Office, Haushalte versuchen – auch ohne zu hamstern – möglichst nur ein- oder zweimal in der Woche einkaufen zu gehen und auch die Fahrten zum Sport, ins Kino oder zu Besuchen bei Freund*innen und Verwandten fallen gerade weg. Manch eine Entwicklung wie die Möglichkeit zum Home Office wird auch nach der Corona-Pandemie zumindest teilweise bleiben, andere wie die Einschränkungen in der Freizeitgestaltung zum Glück nicht.

Eine bessere Idee I, 17.04.2020

Und noch eine Entwicklung ist bemerkenswert: Während der Autobauer BMW wegen erwarteter Umsatzrückgänge aufgrund des Lockdowns Kurzarbeit angemeldet und ein umfangreiches Konjunkturprogramm für die deutschen Autobauer/innen gefordert hat, zahlt er seinen Aktionär*innen erneut eine Milliardendividende aus. Allein die beiden HauptaktionärInnen Stefan Quandt und Susanne Klatten profitieren dabei jeweils leistungslos von einem neunstelligen Betrag.

Eine bessere Idee II, 17.04.2020

Nein, Individualverkehr als solches kann und darf auch nach der Krise nicht abgeschafft werden. Aber eine Umrüstung auf bezahlbare umweltschonende Alternativen ist überfällig – Und wenn die Autobauer/innen ihre Einnahmen lieber in Dividenden denn in Forschung investieren, ist hier vielleicht der Staat gefordert gegenzusteuern. Aber noch etwas ist wichtig: Individualverkehr resultiert aktuell vor allem auch aus fehlenden beziehungsweise unzureichenden Alternativen, also daraus dass öffentlicher Nah- und Fernverkehr häufig zu teuer oder Strecken schlecht ausgebaut sind. Neben dem Geld für Forschung sollte auch das geändert werden: Ein fahrscheinfreier – also aus Steuergeldern – bezahlter öffentlicher Nah- und Fernverkehr sowie sanierte und ausgebaute Strecken könnten die verbesserte Luftqualität erhalten, weil sie eine niedrigschwellige und vor allem gerechte Alternative zum bisherigen Verkehrssystem wären.

Eine bessere Idee III, 17.04.2020

Und falls eine*r nach der Finanzierung fragt: Wir hatten Herrn Quandt und Frau Klatten weiter oben schon erwähnt.