Lust auf einen kleinen Snack zwischendurch? Heute hätten wir im Regal: Unsere parasocial relation-Chips. Ein Wortspiel. Mit dem Wort „parasocial relationship“. Parasoziale Beziehung beziehungsweise im Deutschen eher Interaktion – konkret meint das die persönliche Beziehung, die man zur liebsten Podcastmoderatorin oder diesem einen Charakter in der Serie, die man gerade bingt, aufbaut. Das, was man durchs Verfolgen eines Kunstformates in die Künstler*innen reininterpretiert. Oder etwas wissenschaftlicher formuliert wird darunter jedes soziale Verhalten gefasst, das dadurch gekennzeichnet ist, dass ein*e Akteur*in mit Individuen oder Gruppen interagiert, deren Hörbereitschaft, Antwortfähigkeit oder gar Existenz völlig dahinstehen, jedoch organisatorisch oder technisch fingiert werden können. Funfact: Agnostisch gesehen fällt deswegen auch ein Gebet unter diesen Begriff.

Parasocial relation-CHIPS, 29.05.2020

Aber heute ist nicht Sonntag und darum geht es hier auch nicht. Es geht darum, dass dieses alte Phänomen in der modernen Medienlandschaft immer stärker an Bedeutung gewinnt (weil zum Beispiel ein YouTube-Channel niedrigschwelligere Kommunikation suggeriert als eine Samstagabend TV-Show). Und das es deswegen eine medienethische Diskussion über den Umgang mit parasocial relationships braucht. Denn so cool es ist wenn ein Podcast, eine Serie oder ein Buch (gerade jetzt!) gegen Einsamkeit hilft, mindestens genauso problematisch ist es, wenn manche dann mit solchen fingierten Beziehungen anderen ihr Geld wegnehmen. Wir gucken jetzt mal niemanden an – Aber taggen @bibisbeautypalace.

Und ein bisschen auch uns selbst, denn wir fanden den Wortwitz leider so selbst lustig, dass es ihn nun auf comics-fuer-den-weltfrieden.de/merch auf T-Shirts, Mousepads und Stoffbeuteln gibt.