Auch der Verkehr verändert sich in Zeiten von Corona. Dazu haben wir ja schon das ein oder andere Bild gepostet und auch heute gibt es dazu einen Beitrag von uns: Wenn mehr Menschen im Home Office arbeiten, sieht Pendelverkehr immer öfter so aus.

Erste Auswertungen zeigen: Während der Corona-Kriseverkürzen vorwiegend Frauen* ihre Erwerbsarbeitszeit um unbezahlte Carearbeit zu übernehmen. Das ist dramatisch, weil so aus der Corona-Pandemie zunehmend auch eine Gleichstellungskrise wird.

Pendelverkehr, 06.05.2020

Abschließend zwei Begriffserklärungen:

– Erwerbsarbeit oder Lohnarbeit meint die Arbeit, die man in seinem Beruf erledigt, also den eigenen Job, für den man (hoffentlich auch fair) bezahlt wird.

– Care- oder Pflegearbeit meint hingegen jede Arbeit, die darüber hinaus im privaten anfällt: Also die Kindererziehung, die Pflege von Angehörigen, das Putzen, Waschen und und und. Statistiken zeigen, dass die zu zwei Dritteln von Frauen* erledigt wird. (By the way: Weil patriarchale Gesellschaftsstrukturen es über Jahrhunderte als normal haben wirken lassen, dass diese Wohlfahrtstätigkeiten von Frauen* und für lau vorgenommen wurden, werden Pflege- und Erziehungsberufe, also erwerbsmässige Care-Arbeit, auch schlechter bezahlt.)

Also: Wenn das nächste Mal über Lockerungen diskutiert wird, denkt daran, dem Patriarchat den Kampf anzusagen statt die Dividenden von Auto-Erb*innen zu retten!