Okay, noch einmal zur #AbFCKprämie – Dieses Mal aber als Wortwitz: Weil Motten Stoff fressen und mache Anzüge ja auch Frack genannt werden und f*ck fast wie Frack klingt … naja. Aber ein bisschen lustig ist es ja schon.

Was gar nicht mal so lustig ist: Der Einfluss von Managern (und wir gendern das mal bewusst nicht) auf den öffentlichen Diskurs und entsprechend auch auf die Politik. Es ist ja schon krass, dass im Jahr 2020 tatsächlich überhaupt noch über eine steuerliche Förderung für Verbrennungsmotoren diskutiert wurde. Und dass es der Unternehmensseite gelungen ist, den Narrativ zu setzen, dass das dann auch noch gut für die Zukunftsfähigkeit der hiesigen Industrie sei – Obwohl doch offenkundig das Gegenteil stimmt: Ab 2050 werden Verbrennungsmotoren fast nirgendwo auf der Welt mehr zugelassen werden, selbst in China, einem nicht unwichtigen Absatzmarkt, nicht. Wer also eine zukunftssichere Automobilindustrie in Deutschland will, muss alles tun, um sie weg vom Verbrennungsmotor und hin zu emissionsfreien Antrieben zu entwickeln. Die Wasserstoff-Förderung aus dem Konjunkturpaket tut also viel mehr für den Erhalt von Arbeitsplätzen als es eine Abwrackprämie getan hätte. Punkt.

Abfrackprämie, 06.06.2020

Und der Anzug, den die Motte im Comic dem Automanager anbietet ist deswegen auch löchrig. Aber auch die Abfrackprämie ist deswegen natürlich nicht die richtige Lösung. Besser wäre es, wenn wir den Anzug ganz los würden. In der Metapher heißt das: Statt eines Wirtschaftssystem, das Manager*innen zu kurzfristiger Umsatz- und Profitmaximierung zwingt, wäre eine Wirtschaftsordnung, die das Gemeinwohl und die Nachhaltigkeit in den Mittelpunkt stellt, wünschenswert. Dafür braucht es eine Demokratisierung der Wirtschaft. Ohne Anzug. Ohne Abfrack- und Abwrackprämie. Aber mit Herz für die Motte.