Zehntausende waren gestern in vielen deutschen Städte auf der Straße um ihre Solidarität mit dem #BlackLivesMatter-Movement auszudrücken. Es waren einerseits bewegende Bilder weil großartig zu sehen, wie viele Menschen der Kampf gegen Rassismus – endlich! – mobilisiert und andererseits war da auch ein flaues Gefühl im Magen, weil so viele Menschen, wie da glücklicherweise unter anderem in Berlin, Köln, Frankfurt und Hamburg zusammen kamen, die Plätze dann doch ziemlich eng werden ließen und das eben während Corona. Unterm Strich glauben wir, dass der Protest notwendig war und sind froh, dass die meisten Demonstrierenden Masken trugen sowie versuchten den Sicherheitsabstand einzuhalten. Doch klar ist auch: Das muss jetzt gerade Voraussetzung für Demonstrationen sein. Eine Demo, die nicht die aktuellen Hygienemaßnahmen umsetzen kann, darf es gerade einfach nicht geben.
Abstand halten.

Abstand halten, 07.06.2020

Doch gestern schrieben auch viele Menschen – zumeist konservative Kräfte und sich sogar offen faschistisch positionierende Leute – etwas vom Abstand halten während man ihnen nicht abnehmen konnte, dass es ihnen dabei wirklich um Gesundheitsschutz und nicht um ihre inhaltliche Ablehnung der Demonstrationen als solche ging. Dass es manche Konservative selbst bei der Kommentierung von Demonstrationen gegen Rassismus nicht schaffen Abstand zu Faschist*innen zu halten, passt vielleicht einerseits zum Zeitgeist ist aber andererseits vor allem peinlich für sie und bedrohlich für uns alle.
Darum: So wichtig es ist, dass wir bei der antirassistischen Arbeit bis zum Impfstoff physisch Abstand halten, noch wichtiger ist es, dass die sogenannte demokratische Rechte grundsätzlich und endlich wieder Abstand zur radikalen Rechten hält!

Ein abschließenden Beispiel:Die CDU in Sachsen-Anhalt schrieb heute, ihr Verhältnis zur AfD sei klar. Und meinte damit vermutlich, dass es eine nachvollziehbare Abgrenzung gebe.Doch noch im letzten Oktober begrüßte ihr Landesvorsitzender Holger Stahlknecht öffentlich lokale Kooperationen zwischen Unionspolitiker*innen und blaubraunen Kommunalpolitiker*innen.
Darum: Bleibt laut gegen Rassismus! Aber bleibt verantwortungsvoll im Gesundheitsschutz. Den auch das rettet Leben.

Und beides geht (und gehört deswegen) zusammen.