Gestern machte eine Nachricht die Runde: Der Sportartikelhersteller Adidas will – ebenso wie sein Konkurrent #Puma, die Modekette H&M und Deichmann – ein neues Gesetz nutzen, um während der Corona-Krise keine Miete für seine Ladenlokale zahlen zu müssen. Hintergrund des Gesetzes, auf das sich Adidas und Co. berufen, ist aber eigentlich etwas anderes: Mit ihm soll kleineren und in Not geratenen Unternehmen sowie Privatpersonen ermöglicht werden, ihre Miete zu stunden, wenn sie aufgrund des aktuellen Shoutdowns Probleme bekommen haben.

Besetzes Haus, 29.03.2020

Adidas ist damit ziemlich eindeutig nicht die Zielgruppe dieses Gesetzes, denn zum einen machte das Unternehmen im letzten Jahr einen Umsatz von rund 24 Milliarden und einen Gewinn von beinahe 2 Milliarden Euro. Und für den #Onlinehandel – der während der Krise ja noch einmal an Bedeutung gewinnen dürfte – plante man schon vor Corona für dieses Jahr eine Umsatzverdoppelung. Adidas-Chef Kasper Rorsted sagte daher schon 2018 im Handelsblatt, dass man plane die Zahl der eiegenen Landenlokale „im Zeitverlauf“ zu reduzieren. Und noch etwas ist wichtig: Vermieter*innen der Adidas Läden sind nicht ausschließlich große Immbolienunternehmen, sondern auch kleinere und sogar Einzelvermieter*innen – Sie werden vom größten Sportartikelhersteller der Welt einfach im Stich gelassen.

Unser Appell an die Bundesregierung ist daher eindeutig: Das Gesetz muss nachgeschärft werden! Es muss die Anwendung solcher stabilien Firmen ausschließen, auch um diese Firmen vor Haftungsansprüchen zu schützen und sich so nur noch an diejenigen wenden, die jetzt wirklich Hilfe brauchen. Unsolidarisches Verhalten multiliteraler Unternehmen in Krisenzeiten darf nicht ermöglicht werden, denn auf die Solidarität dieser Ketten kann man im Kapitalismus eben niemals bauen.