Fassen wir die Meldungen des gestrigen Tages zusammen: Der CDU-Abgeordnete Philipp Amthor, der in ein paar Wochen Landeschef seiner Partei in Mecklenburg-Vorpommern und im kommenden Jahr dann jüngster Ministerpräsident aller Zeiten werden will, hat ein Problem. Und das ist ganz schön selbstverschuldet: Denn Philipp war in den letzten Monaten (also bis die ganze Sache gestern dann ein bisschen zu öffentlich wurde) Aufsichtsrat bei einem amerikanischen Unternehmen, welches als Ausdruck der allgemeinen Bescheidenheit aller Beteiligten auch noch Augustus heißt. Für das Unternehmen arbeiten grundsätzlich seriöse Personen wie Karl-Theodor (die weiteren Vornamen sparen wir uns mal aufgrund des Zeichenlimits) zu Guttenberg, der 2011 wegen Betrugs bei seiner Doktorarbeit zurücktreten musste und Hans-Georg Maaßen, der zwar nicht zurücktreten musste aber als Chef des Verfassungsschutzes entlassen wurde, weil er, um im Sprachjargon des Verfassungsschutzes zu bleiben, ein Rechtsextremist ist. Nun ja.

Zugegeben: Für seine Tätigkeit bei Augustus erhielt Philipp kein Gehalt, sondern wurde nur auf irrsinnige Luxusreisen mit Privatjet, Austern und Champanger (leider kein Witz) eingeladen, weswegen er das alles nicht als Vermögensvorteil offen legen musste. Und ach ja: Er bekam auch Aktienoptionsscheine. Das heißt: Er bekam die Möglichkeit in Zukunft Aktien zum heutigen Preis zu kaufen. Was er wiederum nicht offen legen musste, weil dies ja nur ein möglicher Vermögensvorteil in Zukunft ist und die Transparenzbestimmungen des Bundestages offenkundig eher unzureichend sind (wofür sich Philipp – leider erneut kein Witz – politisch auch immer wieder eingesetzt hat).

Und daran, dass die Aktienoptionen für Philipp lukrativ werden würden, daran arbeitete er auch kräftig mit: Zum Beispiel als er auf dem Briefpapier des Bundestages einen Lobbybrief an Bundeswirtschaftsminister (und wie Philipp CDU-Politiker) Peter Altmaier schrieb. Bei Augustus nannte man ihn deswegen fortan: „Geiler Typ.“ Wow. Philipp Amthor hat seinen politischen Job also ziemlich schamlos dazu genutzt, sein persönliches Vermögen zu vermehren. Nochmal: Wow.

Gestern enthüllte der Spiegel das. Und Philipp schrieb: „Mein Engagement für das Unternehmen entspricht rückblickend nicht meinen eigenen Ansprüchen an die Wahrnehmung meiner politischen Aufgaben. “ Aber sorry, Philipp, wir halten es in dieser Frage mit Petrus im Comic und sagen: Allein den Anschein der Korrupierbarkeit zu erwecken, sollte man immer vermeiden. Und wenn man das mit so viel Schwung vergeigt, dann sollte man vielleicht lieber von seinen politischen Aufgaben zurücktreten.

Philipp am Tor, 13.06.2020