Seit Karfreitag waren vier Boote mit geflüchteten Menschen vor der europäischen Küste. Die Schlauchboote – an ihrem Bord auch viele Mütter mit ihren kleinen Kinder – suchen dringend nach einem Hafen, doch Italien und Malta wollen sie nicht einlaufen lassen, Frontex, als europäisches Grenzschutzprogramm, rettet sie ebenfalls nicht. Eins der Boote ist gestern gesunken, die Menschen, die an Bord Schutz gesucht haben, sind an Ostern ertrunken, weil Europa nicht geholfen hat. Was für eine Schande!

Mittlerweile haben zwei der übrigen Boote Italien erreicht, das dritte wird von einem privaten Seenotrettungsschiff versorgt. Die privaten Seenotretter*innen finden jedoch keinen Hafen, in dem sie anlegen dürfen, weil Italien und Malta es ihnen verbieten. Die Geretteten und die Rettenden sind also auch weiterhin in Gefahr. Nochmal: Das alles passiert, weil Europa es zulässt und das alles passiert an Ostern.

Europaweit haben sich hunderte Städte und Gemeinden bereit erklärt, Geflüchtete aufzunehmen. Nicht trotz, sondern auch wegen Corona, wollen sie helfen. Denn es darf verdammt noch mal nicht die Herkunft über das eigene Überleben zu entscheiden. Also: Öffnet die Häfen, schickt Rettungsschiffe und lasst uns Schutzsuchende aufnehmen! Und zwar deutlich mehr als bislang zugesagt, so viele bis jede*r in Sicherheit ist: #LeaveNoOneBehind! Wir Europäer*innen müssen zusammen halten – Und unseren Innenministern und der EU-Kommission klar machen, dass wir nicht länger bereit sind, das Sterben auf dem Mittelmeer zu akzeptieren. Denn es kann beendet werden – Und zwar jetzt!