Am Wochenende erklärte US-Präsident Donald Trump, dass die USA „die Antifa“ zu einer „terroristischen Vereinigung“ erklären werden. Mal ganz davon ab, dass es „die Antifa“ gar nicht gibt, ist es so dermaßen falsch als Reaktion auf einen rassistisch-motivierten Mord eines Afroamerikaners antifaschistisches Engagement als „terroristisch“ zu bezeichnen, dass uns die Worte fehlen. Nur soviel: Ein Blick in Duden zeigt: „Antifa“ ist die „Kurzform“ von „Antifaschismus“.

Dieses permanente wegrelativieren von rechter Gewalt durch das Anwenden der nachweislich unstimmigen Hufeisentheorie nervt nicht nur, es ist auch brandgefährlich. Weil es etwas zur Salonfähigkeit von Rassismus beiträgt.

Fürchterlich.

Und leider auch in Deutschland bekannt.

Dafür ein weiteres Beispiel: Weil es am Rande der Proteste nach dem Mord an Gerorge Flyod zu Ausschreitungen kam, verweigern manche zumeist konservative Kräfte nun die Verwendung des #BlackLifesMatter und schreiben stattdessen #AllLifesMatter. Und so sehr natürlich jedes Leben schützenswert und wichtig ist, so wenig solidarisiert sich dieser Hashtag mit denjenigen, die tatsächlich verfolgt werden. Im Gegenteil: Er lenkt von Rassismus ab und deckt ihn so. Dieses Phänomen haben wir im Comic einmal metaphorisch aufbereitet.

Wenn du keine Solidaritätsbewegung hast (weil du weiß und im Idealfall auch noch männlich, hetereo und cis bist), dann sei froh. Sei froh weil du keine brauchst.

Also schreibt #BlackLivesMatter. Aber vor allem tretet Rassismus wo immer es geht entgegen: Wenn er euch im öffentlichen Leben begegnet, in der social Media-Timeline, am Arbeitsplatz oder beim Essen mit der Familie. Menschen, die verfolgt werden, verdienen Solidarität. Und Menschen, die sich solidarisieren, verdienen es, den Rücken frei gehalten zu bekommen. Nicht nur wenn andere mit Hufeisen(theorien) um sich werfen.

Ich finde alle Häuser gleich wichtig, 02.06.2020